Sonntag, 29. Januar 2017

Wunschvorstellung und Realität: 3 Jahre Elternzeit neigen sich dem Ende zu

Oh, ich bin nie ungern Arbeiten gegangen, ich mochte meinen Beruf und meine Position gerne. Aber Arbeiten war für mich weniger mit dem Wunsch nach Erfolg und Anerkennung verbunden als mit der Notwendigkeit daraus meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Als Tom geboren wurde, war sofort klar, dass ich mindestens 2 Jahre Elternzeit nehmen werde. Das 3. Jahr wollte ich mir flexibel halten. Tom sollte frühestens mit 2 Jahren eine Betreuungseinrichtung besuchen. Aber meist kommt es dann doch ganz anders als man denkt. Ich fiel im Freundeskreis damit eher aus dem Rahmen und die meisten fingen bereits nach einem Jahr wieder an in den Beruf zurück zukehren, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Jedenfalls beschlossen wir damals, dass ich in Elternzeit einige Stunden arbeiten gehen würde und wir bekamen für Tom kurzfristig einen Platz in einer Spielgruppe für 3 Vormittage. An zwei von diesen drei Tagen ging ich dann arbeiten. Da aber ein zweites Kinds geplant war und ich bald darauf schwanger wurde, war ich nur knapp über 6 Monate berufstätig. Bei Paul nahm ich dann die vollen 3 Jahre Elternzeit in Anspruch und lies mir das 3. Jahr von Tom übertragen.

Nun sind diese 3 Jahre im Juni um. Ich hatte mich fast überreden lassen bereits im Januar 2016 schon wieder arbeiten zu gehen. Nicht voll, nicht halb, aber es gab einen Engpass und ich wurde darum gebeten. Allerdings wurden in diesem Zeitraum die Kinder, als auch ich wieder krank und ich sagte ab. Das wäre nichts geworden, ich hätte mich mehr Krankmelden müssen, als dass ich arbeiten gewesen wäre. Kurz darauf wurde ich schwanger, dann kam die Fehlgeburt und dann kam immer wieder etwas anderes und ich beschloss, dieses letzte Jahr zu genießen.


Halbtags werde ich nun ab Juni in meinen Beruf zurückkehren. Ich hatte es mir ganz nett vorgestellt, einfach 3 Vormittag zu je 6 Stunden. Die Kinder an diesen Tagen in der Ganztagsbetreuung, so würden wir weder morgens noch mittags unter Zeitdruck stehen und ich hätte zwei Tage zur freien Verfügung. Freie Verfügung wie Haushalt in Ruhe erledigen oder für meine sportlichen Aktivitäten. Leider weichen Vorstellung und Realität oftmals voneinander ab. Meine Stelle wurde damals in einer anderen Abteilung verankert und diese Abteilung ist von ihrem Bereich wohl so komplex - ich kann es noch nicht beurteilen, weil ich diesen Bereich nicht kenne und eingearbeitet werden muss - dass es tägliche Anwesenheit erfordert und nur ein Tag Abwesenheit das System für mich missverständlich machen würde. Ich sehe mich selbst noch bei dem Gespräch mit der Abteilungsleitung dort sitzen, freundlich lächelnd und hinter mir das Kartenhaus zusammen fallen.

Ich weiß, es gibt schlimmeres im Leben, ich weiß es gibt Eltern, die arbeiten beide den ganzen Tag. Aber ich wollte uns diesen Zeitdruck so gerne ersparen. So verdammt gerne!
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