Montag, 5. September 2016

Über 2 Jahre "Tragling" und das Ende ist in Sicht.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal eine so eingefleischte Tragemutti sein würde. Natürlich kannte ich die Vorzüge des Tragens schon durch meinen ersten Sohn, aber damals habe ich mich absolut nicht an Tragetücher heran gewagt. Zu kompliziert sah das für mich aus mit den langen Lappen. Aber es gab und gibt auch wunderbare Tragehilfen und so kam ich damals mit einem Girasol MySol Mai Tai und später einem Didymos Ring Sling wunderbar aus. Hätte ich damals schon gewusst, wie breit gefächert der Markt für Tragetücher ist *schwärm* ich hätte es mir wohl bei Tom schon keine 3 Mal überlegt und wäre eingetaucht in die Welt des Tragens. Denn, letztendlich hat das Tragen bei uns nicht nur den Sinn und Zweck von Liebe und Geborgenheit erfüllt, sondern ist auch ein Stück zu einem Hobby geworden. Die Community über Facebook ist enorm groß. Es gibt fast für jede Tuchmarke eine eigene Fanpage. Und wenn man mal dort landet, dann ist alles zu spät *gg*

Angefangen hat hier alles mit einem Kokadi Glamour Stars Tragetuch. Kokadi war damals für mich die Tragetuchmarke überhaupt und ich habe mir das Tuch bereits in der Schwangerschaft mit Paul angeschafft und eine Trageberatung besucht. Ab und zu in der Schwangerschaft damit gebunden, damit ich die Griffe nicht vergesse und dann, ja dann war der Knirps da und ich habe mich erst einmal garnicht so recht ran getraut. Das hat so lange gedauert, diese Wickelkreuztrage. Aber da ich eben schon ein großes Kind hatte und noch mehr denn je die Arme frei brauchte, wurde Paul schnell zu einem regelrechten 24 Stunden Tragling. Der Große im Buggy, der Kleine im Tragetuch. Kind schläft nicht?! Ab ins Tragetuch. Haushalt machen, ab ins Tragetuch. Gibt es etwas besseres als seinem Kind gleichzeitig die Körpernähe zu geben, die es so sehr braucht und trotzdem die Hände für alltägliches frei zu haben?! Schnell entdeckte ich dann, dass es da noch andere schöne Tücher gibt. Ich habe wirklich ein breit gefächertes Sortiment durch. Von Kokadi über Natibaby, über Pollora, über die Handwoven Girasol. Und dann, ja dann bin ich im High End Tragetuchbereich gelandet. Ja, High End, was ist denn das nun wieder? Hört sich sehr pompös an und ist es am Anfang irgendwie auch. So ein Tragetuch ist schon eine kleine Investition und von 50 bis 500 € wird tatsächlich jeder fündig. High End, das war mich mich Oscha, ich hatte sie bis zum März 2015 fast alle, die Oscha Okinamis. Das Muster war identisch, die Materialien und Farben ganz unterschiedlich. Von Oscha dann zu Kindsknopf über Solnce und Woven Wings. Dazwischen noch Marken wie Wauggl Bauggl, Artipoppe und Linuschka ausprobiert. Geblieben ist hier nichts lange und an Marken ist nur Kindsknopf übrig geblieben.



Der Kleine ist nun über 2 Jahre alt und Tragen ist keine Notwendigkeit mehr für uns. Wir tragen nicht mehr zum Mittagsschlaf oder um die Hände frei zu haben. Wir tragen noch auf Ausflügen oder wenn wir zu Fuß unterwegs sind und einer nicht mehr laufen möchte. Ganz selten ist das auch mal der Große. Mein Stapel besteht nicht mehr aus 15 - 18 Tragtetüchern, von denen ich täglich mehrmals im Wechsel welche benutze. Mein Stapel besteht aktuell aus 4 bis max. 8 Tragetüchern, von denen alle paar Tage mal eines, ganz kurz genutzt wird. Es ist ein Abschied, ein langsamer Abschied an diese besondere Zeit, an eine besondere Zeit, die zu einem Hobby auf Zeit wurde.

Kennengelernt habe ich hauptsächlich viele wunderbare Mamas, die diese Zeit mit mir geteilt haben. Die ein Teil eines großen Ganzen zum Austausch von Tragemomenten waren. Das Hoffen und Bangen, ob man das Vorkaufsrecht für eins der gewünschten Tücher gewonnen hat oder ob man schnell genug war und ein limitiertes Tuch über Etsy oder gar den Markeneigenen Shop erwischt hat. Die Internationalität war groß und mein Englisch noch nie so gut wie zum jetztigen Zeitpunkt.

Ich möchte daher auch Danke sagen, Danke an diese wundervolle, vergängliche Zeit. Ich habe sie wirklich voll und ganz ausgenutzt, werde sie vielleicht noch ein paar Monate genießen können und dann Abschied nehmen, Abschied nehmen und diese besonderen Erinnerungen behalten und die Fotos, massenhaft an Fotos!

Sonntag, 19. Juni 2016

Puuuuusssstt, wisch, entstaub - Ist noch wer da?

Ist ja eigentlich fast schon peinlich, wie lange hier nichts passiert ist! Woran lags? Es hatte vielerlei Gründe. Zum einen die Zeit in Verbindung mit einer Schreibblockade. Ich wusste einfach nicht, worüber ich berichten soll. Ich meine, ständig davon zu schreiben, wie gestresst man ist und Kinder schlecht schlafen und man sich nach Freizeit sehnt ist irgendwann auch langweilig. Das hat ja sogar mich gelangweilt...

Aber es war halt leider tatsächlich so. Der geringe Altersabstand ist nach wie vor kein Zuckerschlecken und statt mal andächtig und friedlich miteinander zu spielen, hauen sich meine Jungs lieber die Köpfe ein. Aber das gehört wohl auch dazu, ich habe noch Hoffnung, dass es besser wird. Immerhin sind sie seit dem 11.06. und 13.06 schon 4 und 2 Jahre alt. Waaaaah! Wo bitte ist denn die Zeit hin?! Wo sind meine Baby geblieben?!

Seit September 2015 geht Paul in die Kinderkrippe und der Tom in den Kindergarten. Mittlerweile ist es tatsäch so, dass der Tom nicht mehr ganz so häufig und so extrem krank ist. Beim Paul, ist leider noch das Gegenteil der Fall. Dabei hatten wir gedacht, dass es ihn in der Krippe nicht ganz so hart trifft, weil er sich als Baby ja schon ständig beim großen Bruder angesteckt hat.


Man hätte nun also meinen können, ich hätte ab September wieder Zeit gehabt um auch mal einen kurzen Bloggpost zu verfassen. Ich saß ab und zu tatsächlich davor und wollte loslegen, aber ich wusste nicht, was ich berichten sollte. Davon, dass ich jetzt zwar augenscheinlich auch mal Freizeit für mich als Person und nicht als Mama habe?! Dem war leider nicht so ganz so, weil ich über den Herbst-Winter wieder ständig kranke Kinder Zuhause hatte und wenn ich dann doch mal "alleine" war, war ich damit beschäftigt den Haushalt auf Vorderman zu bringen, Einzukaufen und dann Kinder wieder abzuholen.

Ich hätte eigentlich auch mal gerne wieder ein Outfit of the day oder DaWanda Shoplieblinge gepostet, da das nicht all zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Aber wenn man nicht fotografiert, dann kann man auch nichts zeigen. Zu meiner Schande habe ich irgendwie damit aufgehört. Also zumindest mit der Kamera und die Handy Fotos taugen dann doch nicht so viel, qualitativ jedenfalls. Letztes Jahr um Weihnachten, als mir einfiel, dass ich noch gar keine Jahreskalender mit den Jungs gemacht hatte, viel mir dann auch auf, dass ich nicht mal gute Bilder zur Verfügung hatte. Hab dann in der Knappheit der Zeit die Kamera ausgepackt und versucht meine wuseligen Kinder zu fotografieren, die nicht in Stimmung dazu waren. Aber es gab dann für die Großeltern doch noch einen schönen Kalender und ich hatte mir geschworen wieder mehr zu fotografieren. Geklappt hats nicht.


Im Januar habe ich den Paul dann endgültig abgestillt. Fast 20 Monate und damit etwa doppelt so lange wie den großen Bruder, habe ich ihn gestillt. Ursprünglich ging ich davon aus, dass wir das nicht so einfach auspendeln lassen können. Paul hatte ja nie einen Schnuller und an Flaschen war er auch nicht interessiert. Aber es ging dann wirklich sehr einfach und unkompliziert. Und man muss auch sagen, dass kein Schnuller und keine Flasche rückblickend betrachtet auch ihren Vorteil haben. Paul trinkt nachts einfach Wasser, fertig. Der Tom trinkt heute noch morgens eine Milchflasche und braucht nachts noch einen Schnuller. Tagsüber seit Ostern nicht mehr, der Osterhase hat nämlich eine Ladung abgeholt und nur noch für nachts welche da gelassen.

Ja Ostern, war nicht so ganz der Hit dieses Jahr. Wir wollten eigentlich noch mal einen Versuch wagen, die Familie war noch nicht komplett. Es hat auch gleich im ersten Zyklus nach dem Abstillen geklappt. Aber irgendwie war von Anfang an der Wurm drin. Zuerst hatte ich ein Hämatom, dass mir fast bei jedem Toilettengang einen Herzinfarkt beschwert hat und dann hat man einfach nicht gleich was gesehen im Ultraschall. Das kannte ich halt so gar nicht. Bei meinen Jungs war immer sehr früh schon was da. Dieses Mal eben nicht und als dann in der 7. Woche endlich ein Herzschlag da war, zuerst Erleichterung. Als ich 14 Tage später zur Kontrolle kam und das Hämathom tatsächlich weg war, war kein Herzschlag mehr da und der Embryo schon eine Woche in der Entwicklung zurück. So hatte ich dann vor Ostern noch eine Ausschabung, in der 9. Schwangerschaftswoche. Zuerst war ich gar nicht traurig, nur so unsagbar wütend. Wütend, dass nach diesem ganzen Hin und Her dann doch nichts war. Traurigkeit kam erst später. Ist schon doof, wenn man in einem Umstandsforum aktiv ist und dann der ursprüngliche Monatsthread immer das ist, was einem zuerst ins Auge spring. Aber eigentlich hat auch der Gedanke überwogen, dass einfach was nicht in Ordnung war und dass die Natur es schon richtet und es daher auch für mich in Ordnung war. Und nun, nun ist der Wunsch gerade in weite Ferne gerückt, wir wissen noch gar nicht, ob wir es überhaupt noch einmal versuchen wollen.


Ich habe kurz nach der Ausschabung nämlich beschlossen mich abzulenken und den angefressenen Pfunden den Kampf anzusagen. Ich hatte fast 66 kg, wenn nicht sogar einen Tacken mehr. Hatte einfach nur noch gegessen, wonach mir der Sinn stand. 5 Mal am Tag Schokolade, Pommes, Pizza, Bratwurst, kein Problem. Nun sind fast 11 Wochen rum, 8 Wochen intensiven Sports und 11 Wochen Ernährungsumstellung. Aber ohne Hungern, sondern einfach nur gesunde Dinge essen und Schokolade in Maßen, nicht in Massen. Nun bin ich bei knapp 63 kg angelangt und dazu sei noch erwähnenswert, dass ich seit 3 Wochen in jeder Brust 335 g mehr habe. Jawohl, ich habe es getan. Nach 2 ausgetragenen Schwangerschaften und 10 Monaten und 20 Monaten stillen, war da einfach nichts mehr da. Nicht mal mehr ein A Körbchen.

Und von dieser OP erhole ich mich gerade noch, Dienstag kommen die Fäden raus und dann darf ich auch wieder mit Sport anfangen und jetzt, jetzt geht's zum Mittagessen zu den Schwiegereltern. Lecker!




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